2017: Forschungswerkstatt: Kolonialgeschichte in Tempelhof und Schöneberg

Ausstellung vom 19.5. bis 29.10.2017

Berlin war als Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs von 1884 bis 1918 das Zentrum der deutschen Kolonialpolitik. Auch in der bis 1920 selbständigen Stadt Schöneberg sowie in der Landgemeinde Tempelhof gab es zahlreiche einflussreiche Vereine und Institutionen, welche die deutsche Kolonialherrschaft aktiv unterstützten. Mit der Ausstellung richtet das Schöneberg Museum erstmals seinen Fokus auf die kolonialhistorische Vergangenheit innerhalb der Grenzen des heutigen Bezirks. Es wird deutlich, dass die deutsche Kolonialherrschaft nicht nur global, sondern auch lokal Spuren hinterlassen hat, die bis heute nachwirken.

Kunstinstallationen von Anaïs Héraud-Louisadat und Nathalie Anguezomo Mba Bikoro kommentierten die Ergebnisse der historischen Forschungen und machten bisher unbeachtete Erzählungen des deutschen Kolonialismus wieder sichtbar.

 

2016: Voices of Help

Ausstellung vom 25.11. 2016 bis 2. April 2017

Wie klingt eine menschliche Stimme – jenseits von Worten? Der amerikanische Künstler Paul Brody arbeitet mit Interviews zu gesellschaftlichen Themen und komponiert daraus Musik. In seiner neuen Klanginstallation „Voices of Help“ im Schöneberg Museum stellte er in drei audiovisuell inszenierten Räumen Frauen und Männer vor, die sich für Menschen in Not engagieren.

Seit mehr als 20 Jahren lebt der international arbeitende Komponist, Musiker und Installationskünstler Brody in Schöneberg. Auf den Wegen durch seinen Kiez fiel ihm die große Vielfalt an sozialen, selbstverwalteten Unterstützungsprojekten für Menschen in Notsituationen auf. Er begann vor Ort zu recherchieren, besuchte Akteur*innen dieser Einrichtungen, machte Interviews, sammelte Geschichten – um diese anschließend zu dechiffrieren und für sein Projekt „Voices of Help“ in eigene Klangkompositionen zu übersetzen.

In vielen seiner künstlerischen Werke geht Paul Brody der Frage nach, wie Melodie und Rhythmik einer Sprache in Musik überführt werden können. Seine Kompositionen basieren häufig auf Recherchen und Interviews, die er mit Menschen zu unterschiedlichen Themen führt. Oft geht es dabei um das Thema Identität. Seine Experimente in diesem Feld hat er in den letzten Jahren in verschiedenen Klanginstallationen öffentlich vorgestellt, etwa 2011 im Jüdischen Museum in Berlin zum Thema Heimat oder jüngst im Sommer 2016 mit zwei Klanginstallationen in den Münchener Kammerspielen als Artist in Residence.

Paul Brody ist ein international gefragter Komponist und Installationskünstler. Er wuchs in San Francisco auf und studierte klassische Trompete und Komposition in Boston. Nach Engagements auf der ganzen Welt entschied er sich 2004 nach Berlin zu ziehen, wo er bis heute lebt. Er arbeitet u.a. für den WDR, ist Artist in Residence für die Münchener Kammerspiele und hat mehrere CDs herausgebracht.

Paul Brody; Foto: Dirk Hasskarl

2015: Ruinen und Rolleiflex - Fotos aus der Sammlung Staudt

Ausstellung vom 30. August bis 30. Dezember 2015

Der Fotograf Herwarth Staudt und seine Frau Rut fotografierten von 1949 bis 1957 die noch stehenden Kriegsruinen in Schöneberg. Auftraggeber war das Baulenkungsamt des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg, das die Bausubstanz der angeschlagenen Häuser zu prüfen und zu dokumentieren hatte, bevor der Abriss vollzogen wurde. Mit der Rolleiflex kletterten die Fotografen in den Trümmern herum, um möglichst genaue Detailaufnahmen zu machen. Das Ehepaar Staudt dokumentierte offenbar über den offiziellen Auftrag hinaus ganze Straßenzüge, die infolge der Kriegszerstörungen ihr Gesicht stark verändert hatten. Dabei rückten sie oft Menschen und Straßenszenen ins Bild und hielten so die Stimmung der Zeit fest.

Das Buch zur Ausstellung
Das zerstörte Schöneberg. Ruinenfotos von Herwarth Staudt. Von Gudrun Blankenburg und Irene von Götz, herausgegeben im Auftrag des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg, Berlin 2015

 

2015: Im Visier der Stasi - Aktivitäten des DDR-Geheimdienstesrund um das Rathaus Schöneberg

Ausstellung vom 7.11.2014 bis 28.6.2015

Das Rathaus Schöneberg zählte in der Zeit des Kalten Krieges als West-Berliner Regierungssitz zu den bedeutendsten Gebäuden der Stadt. Das Ministerium für Staatssicherheit interessierte sich sehr für die Geschehnisse im und um das Rathaus, weshalb der Geheimdienst der DDR in Schöneberg besonders viele Spione anwarb.

Die Ausstellung gab einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Staatssicherheit im Bezirk. Die Stasi ließ nicht nur fotografieren, filmen und beobachten, sie beauftragte auch eine Entführung und engagierte Kriminelle. Für den Fall einer Einnahme West-Berlins gab es detaillierte Pläne für einen Standort der Stasi in Schöneberg.

 

Weitere Sonderausstellungen 2013 - 2002

Weitere Sonderausstellungen im Schöneberg Museum / Jugend Museum finden Sie hier