Auf den Spuren der Familie Diek

Auf den Spuren der Familie Diek

Geschichten schwarzer Menschen in Tempelhof-Schöneberg

Familienfoto mit (v.l.n.r): Emilie Diek, Erika Ngambi ul Kuo, Beryl Mpessa, Marion, Dorothea und Anna Reiprich, Berlin um 1950 © Privatbesitz Adomako
Familienfoto mit (v.l.n.r): Emilie Diek, Erika Ngambi ul Kuo, Beryl Mpessa, Marion, Dorothea und Anna Reiprich, Berlin um 1950 © Privatbesitz Adomako

Ausstellung im Schöneberg Museum von Freitag, 27.1. bis Sonntag 1.10.2023

Die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland findet lange Zeit keine Beachtung. In den 1980er Jahren wird sie erstmals von Teilen der Schwarzen Frauenbewegung erforscht, dokumentiert und der Öffentlichkeit in dem Buch »Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte« präsentiert. Die Ausstellung geht diesen Recherchen nach und stellt die Geschichte der Familie Diek in den Mittelpunkt. Diese führt 1891 von Douala nach Hamburg über Danzig bis nach Berlin. Sie ist geprägt von Exotisierung, rassistischen Angriffen und Verfolgung, aber auch von Selbstbehauptung, Widerstand und Zusammenhalt.

Anhand der zahlreichen und gut erhaltenen Abbildungen und Dokumente aus dem Privatarchiv der Nachkommen ermöglicht die Ausstellung einen einzigartigen Einblick in das Leben der Familie Diek. Ausgehend von der Reise Mandenga Dieks aus Kamerun nach Deutschland im Jahr 1891 erzählt sie über mehrere Generationen hinweg von ihrem Kampf um einen Platz in einer von Kolonialismus und Rassismus geprägten Gesellschaft und ihrem Einsatz für die Gleichberechtigung Schwarzer Menschen in Deutschland. Die persönlichen Geschichten der Dieks werden in gesamtgesellschaftliche historische Entwicklungen eingebettet und die Kontinuitäten von kolonialen und rassistischen Strukturen sichtbar gemacht.

Zeitgenössische künstlerische Positionen erweitern die Ausstellung: Die biographischen Stationen der Familie werden über Kunstwerke von Otobong Nkanga und Kapwani Kiwanga mit übergeordneten Themen wie den Unabhängigkeitsbewegungen afrikanischer Staaten und der Ausbeutung von Ressourcen durch Europa seit der Kolonialzeit verknüpft.   


Der Katalog zur Ausstellung ist im Schöneberg Museum erhältlich.

Museen Tempelhof-Schöneberg
Skip to content